Wie viel Radon ist bei Ihnen zu erwarten?
Wie viel Radon ist in Ihrer Gemeinde zu erwarten? Die offenen Daten des Bundesamts für Strahlenschutz, ausgewertet für 11.233 Gemeinden — mit der Prognose für Wohnräume, der nächsten Bodenluft-Messzelle und der Frage, ob Ihr Ort in einem Radonvorsorgegebiet liegt. Das sind 207 Gemeinden.
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Das ist eine Prognose, keine Messung. Der Wert stammt aus einem Modell des Bundesamts für Strahlenschutz und beschreibt, was in Wohnungen dieser Gemeinde im Mittel zu erwarten ist. Was in Ihrem Haus ankommt, hängt an Bauweise, Keller, Lüftung und Untergrund und kann um ein Vielfaches darüber oder darunter liegen. Das sagt Ihnen nur eine Messung. Wie das geht.
- Radon messen — wie, wann, was es kostet — der einzige Weg zu einer echten Zahl
- Die Radonvorsorgegebiete — 207 Gemeinden, mit Pflichten für Neubau und Arbeitsplatz
- Gemeinden über dem Referenzwert — 71 Gemeinden über 300 Bq/m³
- Alle Gemeinden — 11.233 Einträge, durchsuchbar
- Nach Bundesland — 16 Länder im Vergleich
- Der Datensatz — Felder, Herkunft, Stand
Die höchsten Prognosewerte in Deutschland
| Gemeinde | Bundesland | Prognose | Vorsorgegebiet |
|---|---|---|---|
| Deesbach | Thüringen | 453 Bq/m³ | nein |
| Hartmannsdorf bei Kirchberg | Sachsen | 431 Bq/m³ | ja |
| Heidersdorf | Sachsen | 428 Bq/m³ | ja |
| Falkenberg | Bayern | 427 Bq/m³ | nein |
| Marktleuthen | Bayern | 419 Bq/m³ | ja |
| Böllen | Baden-Württemberg | 417 Bq/m³ | ja |
| Crinitzberg | Sachsen | 417 Bq/m³ | ja |
| Kirchberg | Sachsen | 405 Bq/m³ | ja |
| Hirschfeld | Sachsen | 396 Bq/m³ | ja |
| Schönheide | Sachsen | 388 Bq/m³ | ja |
| Breitenbrunn/Erzgebirge | Sachsen | 386 Bq/m³ | ja |
| Muldenhammer | Sachsen | 386 Bq/m³ | ja |
| Tunau | Baden-Württemberg | 382 Bq/m³ | ja |
| Nagel | Bayern | 381 Bq/m³ | ja |
| Thierstein | Bayern | 380 Bq/m³ | ja |
| Friedenfels | Bayern | 378 Bq/m³ | nein |
| Meura | Thüringen | 378 Bq/m³ | nein |
| Neuhausen/Erzgebirge | Sachsen | 374 Bq/m³ | ja |
| Katzhütte | Thüringen | 373 Bq/m³ | ja |
| Reichenberg | Rheinland-Pfalz | 371 Bq/m³ | nein |
| Altenberg | Sachsen | 371 Bq/m³ | ja |
| Klingenthal | Sachsen | 369 Bq/m³ | ja |
| Bad Brambach | Sachsen | 368 Bq/m³ | ja |
| Bad Weißenstadt | Bayern | 367 Bq/m³ | ja |
| Eibenstock | Sachsen | 366 Bq/m³ | ja |
Warum Radon überhaupt zählt
Radon ist ein radioaktives Edelgas. Es entsteht im Boden, ist geruch- und farblos und dringt durch Risse, Rohrdurchführungen und undichte Kellerböden ins Haus. Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz ist es nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.
Das Strahlenschutzgesetz nennt in § 124 einen Referenzwert von 300 Bq/m³ für Aufenthaltsräume. Er ist keine Grenze, ab der etwas verboten wäre — er markiert den Punkt, ab dem geprüft werden soll, ob sich der Wert mit vertretbarem Aufwand senken lässt. Bundesweit liegt die Prognose in 71 Gemeinden darüber.
Karte und Rechtsverordnung sind zweierlei. Die Prognosekarte sagt, wo viel Radon zu erwarten ist. Ein Radonvorsorgegebiet nach § 121 StrlSchG ist dagegen eine Festlegung des Landes — und nur daran hängen die zusätzlichen Pflichten für Neubauten und Arbeitsplätze. Was dort gilt.
Was in einem Vorsorgegebiet zusätzlich gilt
Die Länder mussten nach § 121 StrlSchG Gebiete festlegen, in denen erhöhte Radonwerte zu erwarten sind. Dort greifen zwei Pflichten, die anderswo nicht bestehen:
Neubauten (§ 123). Über den ohnehin vorgeschriebenen Feuchteschutz hinaus ist mindestens eine weitere bauliche Maßnahme gegen den Zutritt von Radon zu treffen.
Arbeitsplätze (§ 127). An Arbeitsplätzen im Keller und im Erdgeschoss ist die Radonkonzentration zu messen — und zwar vom Arbeitgeber, auf eigene Kosten, innerhalb der gesetzlichen Frist. Wird der Referenzwert überschritten, sind Maßnahmen zu ergreifen.
Maßgeblich ist immer der Gesetzestext und die Verordnung des Landes, nicht diese Zusammenfassung.
Wie das ermittelt wurde. Grundlage sind drei Datensätze des Bundesamts für Strahlenschutz: die Prognose für Wohnräume je Gemeinde, 39.684 Bodenluft-Rasterzellen von rund drei Kilometern Kantenlänge und die 210 festgelegten Vorsorgegebiete. Die Bodenzelle wird über den Ortsmittelpunkt zugeordnet und ihre Entfernung ausgewiesen — damit niemand sie für eine Messung auf seinem Grundstück hält.
Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, offene Geodaten (WFS) — Prognose Wohnräume, Radon-222 in der Bodenluft und Radonvorsorgegebiete. Stand 2026. Für 10.620 von 11.233 Gemeinden liegt ein Prognosewert vor.
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