So entstehen die Zahlen

Woher die Zahlen kommen, und was sie nicht sagen.

Drei Datensätze, drei Aussagen

Prognose für Wohnräume. Ein Modell des Bundes, je Gemeinde. Es verrechnet Geologie, Durchlässigkeit des Bodens, Messungen in Boden- und Raumluft sowie Bauweisen. Ergebnis: der zu erwartende Mittelwert.

Bodenluft. 39.684 Rasterzellen von rund drei Kilometern Kantenlänge, jede einer geologischen Einheit zugeordnet, mit einem Maximalwert in kBq/m³. Das ist die Quelle — nicht das, was im Haus ankommt.

Vorsorgegebiete. 210 Gebiete, von den Ländern nach § 121 StrlSchG festgelegt. Ein Rechtsakt, keine Modellrechnung.

Warum manche Gemeinden keinen Wert haben

Für 613 der 11.233 Gemeinden liegt kein Prognosewert vor. Das betrifft vor allem gemeindefreie Gebiete — Forsten und Truppenübungsplätze ohne Wohnbebauung, für die eine Prognose für Wohnräume keinen Sinn ergibt — und Gemeinden, deren Schlüssel sich seit der Modellrechnung durch Fusion geändert hat. Wir schreiben dort keine Angabe und nicht 0: eine Null wäre eine Aussage, die die Quelle nicht macht.

Das ist eine Prognose, keine Messung. Der Wert stammt aus einem Modell des Bundesamts für Strahlenschutz und beschreibt, was in Wohnungen dieser Gemeinde im Mittel zu erwarten ist. Was in Ihrem Haus ankommt, hängt an Bauweise, Keller, Lüftung und Untergrund und kann um ein Vielfaches darüber oder darunter liegen. Das sagt Ihnen nur eine Messung. Wie das geht.

Karte und Rechtsverordnung sind zweierlei. Die Prognosekarte sagt, wo viel Radon zu erwarten ist. Ein Radonvorsorgegebiet nach § 121 StrlSchG ist dagegen eine Festlegung des Landes — und nur daran hängen die zusätzlichen Pflichten für Neubauten und Arbeitsplätze. Was dort gilt.

Wie das ermittelt wurde. Grundlage sind drei Datensätze des Bundesamts für Strahlenschutz: die Prognose für Wohnräume je Gemeinde, 39.684 Bodenluft-Rasterzellen von rund drei Kilometern Kantenlänge und die 210 festgelegten Vorsorgegebiete. Die Bodenzelle wird über den Ortsmittelpunkt zugeordnet und ihre Entfernung ausgewiesen — damit niemand sie für eine Messung auf seinem Grundstück hält.

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, offene Geodaten (WFS) — Prognose Wohnräume, Radon-222 in der Bodenluft und Radonvorsorgegebiete. Stand 2026. Für 10.620 von 11.233 Gemeinden liegt ein Prognosewert vor.

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