Westre
Für Westre sagt das Modell des Bundesamts für Strahlenschutz 59 Bq/m³ in Wohnräumen voraus. Damit liegt die Gemeinde unter dem Referenzwert von 300 Bq/m³.
Das ist eine Prognose, keine Messung. Der Wert stammt aus einem Modell des Bundesamts für Strahlenschutz und beschreibt, was in Wohnungen dieser Gemeinde im Mittel zu erwarten ist. Was in Ihrem Haus ankommt, hängt an Bauweise, Keller, Lüftung und Untergrund und kann um ein Vielfaches darüber oder darunter liegen. Das sagt Ihnen nur eine Messung. Wie das geht.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Prognose für Wohnräume | 59 Bq/m³ |
| Referenzwert § 124 StrlSchG | 300 Bq/m³ |
| Radonvorsorgegebiet | nein |
| Bundesland | Schleswig-Holstein |
| Postleitzahl | 25926 |
| Nächste Bodenluft-Rasterzelle | 25,6 kBq/m³ (Maximalwert der Zelle) |
| Geologische Einheit dieser Zelle | Quartär |
| Entfernung zur Zellmitte | 607 m |
Und rechtlich?
Westre ist nicht als Radonvorsorgegebiet festgelegt. Die zusätzlichen Pflichten aus § 123 und § 127 StrlSchG gelten hier also nicht. Der Referenzwert von 300 Bq/m³ aus § 124 gilt trotzdem — er hängt nicht am Gebiet.
Karte und Rechtsverordnung sind zweierlei. Die Prognosekarte sagt, wo viel Radon zu erwarten ist. Ein Radonvorsorgegebiet nach § 121 StrlSchG ist dagegen eine Festlegung des Landes — und nur daran hängen die zusätzlichen Pflichten für Neubauten und Arbeitsplätze. Was dort gilt.
Was der Boden unter Westre hergibt
Die nächstgelegene Rasterzelle des Bundesamts liegt rund 607 Meter vom Ortsmittelpunkt entfernt und ist der geologischen Einheit Quartär zugeordnet. Gemessen wurde dort ein Maximalwert von 25,6 kBq/m³ in der Bodenluft.
Bodenluft ist nicht Raumluft. Wie viel davon im Haus ankommt, entscheidet die Dichtigkeit gegen das Erdreich — nicht die Geologie allein. Die Zelle ist rund drei Kilometer breit und beschreibt kein einzelnes Grundstück.
Was Sie in Westre tun können
Der einzige Weg zu einer belastbaren Zahl ist eine Messung im eigenen Haus, über mindestens zwölf Monate. So läuft das ab.
Gemeinden in der Nähe
- Ladelund — 50 Bq/m³
- Ellhöft — 49 Bq/m³
- Lexgaard — keine Angabe
- Karlum — 51 Bq/m³
- Süderlügum — 49 Bq/m³
- Bramstedtlund — 55 Bq/m³
- Braderup — 54 Bq/m³
- Tinningstedt — 48 Bq/m³
Warum Radon überhaupt zählt
Radon ist ein radioaktives Edelgas. Es entsteht im Boden, ist geruch- und farblos und dringt durch Risse, Rohrdurchführungen und undichte Kellerböden ins Haus. Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz ist es nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.
Das Strahlenschutzgesetz nennt in § 124 einen Referenzwert von 300 Bq/m³ für Aufenthaltsräume. Er ist keine Grenze, ab der etwas verboten wäre — er markiert den Punkt, ab dem geprüft werden soll, ob sich der Wert mit vertretbarem Aufwand senken lässt. Bundesweit liegt die Prognose in 71 Gemeinden darüber.
Wie das ermittelt wurde. Grundlage sind drei Datensätze des Bundesamts für Strahlenschutz: die Prognose für Wohnräume je Gemeinde, 39.684 Bodenluft-Rasterzellen von rund drei Kilometern Kantenlänge und die 210 festgelegten Vorsorgegebiete. Die Bodenzelle wird über den Ortsmittelpunkt zugeordnet und ihre Entfernung ausgewiesen — damit niemand sie für eine Messung auf seinem Grundstück hält.
Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, offene Geodaten (WFS) — Prognose Wohnräume, Radon-222 in der Bodenluft und Radonvorsorgegebiete. Stand 2026. Für 10.620 von 11.233 Gemeinden liegt ein Prognosewert vor.
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